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"Kochschule"

Zu den Kochrezepten

Wie kochen wir?

Bereits das zweite Jahr koche ich einmal in der Woche abwechselnd mit einer Hälfte meiner Klasse.

Die Kinder bleiben über Mittag in der Schule. Es gibt eine gemeinsame Honigbrotjause, um den ersten Hunger zu stillen. Seit eineinhalb Jahren ist das Honigbrot trotz mancher Liptauer- und Eiaufstrichversuche der kulinarische und immer eingeforderte Jausenhit. (Mein Mann ist Hobbyimker und sein Honig wirklich gut.) Danach beginnen wir mit dem Kochen. Zuerst besprechen wir, was gekocht wird. Es wird immer entweder eine Suppe und eine Hauptspeise zubereitet, oder eine Hauptspeise und eine Nachspeise. Alles mit biologischen Lebensmitteln und der Jahreszeit entsprechend.

Alle Zutaten liegen auf einem Tisch und unsere Sprechübung beginnt. Ein Kind nimmt sich ein Lebensmittel, benennt es, ordnet es am Tisch der richtigen Speise zu und sagt z.B.: „Die Orangen brauchen wir für die Orangen-Schoko-Topfencreme.“

Das ist mir sehr wichtig. Erstens lernen die Kinder dabei ihnen unbekannte Lebensmittel kennen und benennen und abzuschätzen, welche Zutaten man für welche Gerichte braucht. Zweitens sind diese Sprechübungen für viele Kinder alles andere als leicht (auditives Gedächtnis, Artikulation), aber trotzdem motivierend.

Danach wird besprochen, welche Arbeiten zu erledigen sind und wer was macht. Beim Abwiegen, Abmessen, Umrechnen (1/4 l, 220 g, 12 dag, 3-fache Menge, …) können die Kinder im Mathematikunterricht erworbenes Wissen sinnvoll anwenden und gleich in der Praxis umsetzen.

Dann beginnt unsere Hauptarbeit. Die Kinder schneiden, schälen, raspeln, trennen Eier, kneten Teig, formen Knödel, rühren im Topf um, ... Es ist wichtig, mit einem scharfen, gut schneidenden Messer arbeiten zu dürfen. Nur dann macht es auch Spaß. Versuchen Sie einmal selbst mit einem stumpfen Messer eine Karotte zu schneiden. Das ist gefährlicher, als mit einem scharfen Messer. Außerdem kenne ich ja meine SchülerInnen und weiß, was wem zuzumuten ist. Eine Banane zu schneiden, ist für jeden möglich und ganz ungefährlich. Auch beim Kochen gilt: Alles muss geübt werden! Von alleine klappt nichts plötzlich ab einem gewissen Alter!

Ein Tipp zum Thema Eier trennen: Wir trennen die Eier immer, auch wenn wir sie im Ganzen brauchen, einfach zu Übungszwecken. Aufgeschlagen werden die Eier über einer separaten Schüssel. Geht etwas daneben, ist nicht gleich eine ganze Schüssel Eiklar mit Dotter „verunreinigt“. Nach unserem ersten Kochjahr machten alle Kinder eine kleine Kochprüfung. Sie mussten Eier trennen. Ich habe die Kinder selten mit so einer Konzentration und so einem Ernst und Eifer arbeiten gesehen. Natürlich haben alle „bestanden“.

Wenn das Essen fertig ist, wird natürlich gemeinsam gegessen. Wir kochen immer etwas zu viel, damit die Kinder Kostproben unserer Gerichte mit nach Hause nehmen können. So können die Kinder zu Hause herzeigen und kosten lassen, was sie gekocht haben. Der Speiseplan einiger Familien wurde dadurch schon um so manches Gericht erweitert (Dinkellaibchen, Spinatlasagne, …). Nach dem Essen wird noch gemeinsam Geschirr abgewaschen, abgetrocknet und weggeräumt und dann geht es ab in den Turnsaal oder ins Freie.

Warum kochen wir?

Gemeinsam kochen und essen macht Spaß und fördert die Gemeinschaft.

Ganzheitlicher Unterricht findet statt.

Feinmotorische Fertigkeiten werden geübt und verbessert.

Die visuelle Wahrnehmung wird geschult: Ist die Kartoffel wirklich schon gut geschält, der Teller wirklich schon trocken, der Tisch richtig gedeckt, …?

Bei keiner anderen Tätigkeit in der Schule (und auch zu Hause) können Kinder mehr sensorische Erfahrungen sammeln. Sehen, riechen, fühlen, schmecken, tasten, mit und ohne Druck arbeiten, Hantieren mit den verschiedensten Materialien.

Das Selbstvertrauen der Kinder wird gestärkt. Ich kann einen Pudding kochen, der Mama, dem Papa in der Küche wirklich schon helfen, …

Lassen Sie Ihre Kinder doch auch zu Hause von klein auf, ihren Fähigkeiten entsprechend, in der Küche mithelfen. Es ist aus den oben angeführten Gründen eine der besten Maßnahmen zur Frühförderung, solange Sie Ihre Kinder dabei mit Freude und Geduld begleiten können.